Vision

Unsere Vision: Datenschutzbeauftragte befähigen Organisationen Datenschutz besser zu machen

Warum wird es für die Welt in 30 Jahren einen Unterschied machen, dass ENSECUR existiert?

Wie gehen wir heute mit Daten um?

Wir schreiben das Jahr 2020. Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz mit Mercedes me connect erkennt den Fahrer mittels Spracherkennung und stellt den Sitz, Unterhaltungssystem und Lichtfarbe im Innenraum gemäß der hinterlegten Präferenzen ein. Innenraumkameras erfassen Gestik und Bewegungen der Fahrer und die Software interpretiert und erlernt diese. Mit dem Blick nach hinten öffnet sich dann das Sonnenrolle vor der Heckscheibe automatisch.[1]

Wenn das bereits heute möglich ist, wie sieht dann 2050 aus?

In 30 Jahren (2050) leben wir in einer stark vernetzten, voll digitalisierten Welt. Unser tägliches Leben ist in allen Bereichen vernetzt. Daten und Informationen fließen permanent und überall. Daten- und Wissensnutzung optimieren unser Leben, erleichtern und verbessern Abläufe und Prozesse, helfen schneller und zielorientierter zu arbeiten.

Daten sind das neue Öl – es steht aber etwas ganz Anderes auf dem Spiel

Datennutzung erleichtert das Lösen von großen Problemen wie Umweltverschmutzung, Ressourcennutzung oder Bekämpfung von Krankheiten erheblich. Datenanalysen und -auswertungen durch Organisationen können neue Geschäftskonzepte ermöglichen, die den Nutzern das Leben leichter machen. Diese greifen mehr und mehr in unseren Alltag und unser tägliches Leben ein.

Unzählige Sensoren erfassen unsere Daten auf Schritt und Tritt, z.B. wie viele Kalorien wir heute zu uns genommen haben. Unter Berücksichtigung unserer Fitnessziele schlagen uns Algorithmen die Zutaten unseres Abendessens vor. Wir ordern uns nicht nur die passende Mahlzeit sondern auch das Robo-Auto, das uns morgens von der Haustüre abholt, zum Arbeitsplatz fährt und das dann zum nächsten Fahrgast vollautomatisch weiterfährt. Algorithmen arrangieren anhand unserer Präferenzen eine Zufallsbegegnung mit unserem Traumpartner – die datenbasierte Entscheidung entpuppt sich als langfristig tragfähiger als unsere irrationale Bauchentscheidung, die mittelfristig zu einem Auseinanderleben führt.[2] Wir treffen „bessere“ Entscheidungen und geben Stück für Stück Entscheidungen an Algorithmen und damit Schritt für Schritt unsere Freiheit – auch die Fehler zu machen – ab.

Genau genommen drehen wir die Aufklärung zurück. Ursprünglich befreiten wir uns nach Kant aus „unserer selbstverschuldeten Unmündigkeit“, nur um die Mündigkeit jetzt wieder abzugeben, weil wir in Entscheidungen fehlerhaft sind und uns als Mensch nicht mehr vertrauen. Mittel- und langfristig könnten wir Menschen zu reinen Datenlieferanten degenerieren und Regierungsorganisationen und globale Datenplayer uns mit Almosen für unsere Daten abspeisen. Nur wenn es gelingt faire Spielregeln zu definieren, werden technische Entwicklung neben selbstbestimmtem, freiheitlichem und demokratischem Leben möglich sein.

Warum ist Datenschutz besser machen in so einer Welt von Bedeutung?

Vor diesem Hintergrund kommt „Datenschutz besser machen“ eine wesentliche Bedeutung zu. Nur wenn es gelingt Spielregeln zu definieren und Menschen weiterhin die freie Entscheidung zu geben, wie sie mit ihren Daten umgehen bzw. wie andere damit umgehen, kann es Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung geben.

Gleichzeitig ermöglichen diese selbstbestimmten Entscheidungen den Menschen neuer Produkte und Services zu nutzen, die ihnen durch die Analyse und Auswertung ihrer Daten einen hohen Nutzen bieten. Wenn Organisationen transparent und ehrlich über ihre Datennutzung kommunizieren und gleichzeitig die Vorteile und die Risiken kommunizieren, dann können sich Menschen bewusst dafür entscheiden.

Wesentlich ist auch, wie unsere Gesellschaft mit KI umgeht. Erlauben wir es, dass KI moralische Entscheidungen trifft, z.B. dass diese beim selbstfahrenden Auto im Falle eines Unfalls entscheidet, ob ein Kind oder ein Senior überfahren wird? Wenn wir diese moralische Bewertung einer KI überlassen, verabschieden wir uns gleichzeitig von elementaren Grundsätzen unserer Verfassung. Die Unantastbarkeit der menschlichen Würde ist nicht mehr gewährleistet, wenn KI entscheidet, welches Leben lebenswerter ist.[3]

Insofern hilft „Datenschutz besser machen“ die Balance zu halten zwischen informationeller Selbstbestimmung und Freiheit und technologischer Entwicklung. Eine Welt ohne informationelle Selbstbestimmung und Freiheit scheint nicht erstrebenswert. Wir als Kunden müssen uns selbstbestimmt und informiert für transparente und ehrliche Datennutzungsmodelle heute und in der Zukunft entscheiden dürfen! Alles andere führt zu Misstrauen, Verlust der Freiheit, Ausbeutung und Unterdrückung oder im schlimmsten Fall zu einem totalitären Überwachungssystem durch Organisationen und Regierungen.

Dieses Selbstverständnis treibt uns an, uns für eine Welt mit informationeller Freiheit und selbstbestimmt handelnden Individuen einzusetzen und insbesondere, die zu unterstützen, die die Tragweite von Entscheidungen im Hinblick auf die informationelle Selbstbestimmung nicht vollständig erfassen können.

Wie erreichen wir das als Datenschutzbeauftragte?

Die weitere Entwicklung wie wir mit Daten umgehen, ergibt sich aus der Digitalisierung. Diese wiederum gestalten Organisationen mit ihren Produkten und Dienstleistungen. Außerdem verarbeiten Organisationen selbst personenbezogene Daten und haben damit Einfluss wie mit Daten von Kunden/Klienten, Beschäftigten oder Dienstleistern umgegangen wird.

Als Datenschutzbeauftragte unserer Kunden gelingt es uns, diese einerseits dabei zu unterstützen, dass sie die gesetzlichen Datenschutzanforderungen erfüllen und den vorhandenen Spielraum der Datenschutzgesetze nutzen, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu gestalten. Dadurch profitieren unzählige Nutzer, Kunden, Beschäftigte oder sonstige mit der Organisation in Kontakt stehende von einem fairen Umgang mit deren Daten.

  1. Wir sind lösungsorientiert, Möglichmacher statt Verhinderer und versuchen faire Lösungen für Organisationen und die Betroffenen zu finden.
  2. Gemeinsam mit unseren Organisationen gestalten wir Lösungen, die im Einklang mit Datenschutz stehen und sind damit gleichzeitig Freiheitskämpfer für die digitale Selbstbestimmung.
  3. Wir erreichen zahlreiche Menschen in und außerhalb von Organisationen und können so positiv auf die Gesellschaft einwirken. Wir verbessern den Stellenwert von Datenschutz in unserer Gesellschaft.

Daraus entsteht unsere Vision: Datenschutzbeauftragte befähigen Organisationen Datenschutz besser zu machen

[1] https://www.welt.de/wirtschaft/article218276230/S-Klasse-und-Co-Ihr-Auto-weiss-bald-alles-und-wird-Sie-verraten.html 27.11.2020

[2] In Anlehnung an Richard David Precht, Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für eine digitale Gesellschaft, 2018

[3] In Anlehnung an Richard David Precht, Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens, 2020

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay